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TÄGLICH WISSENSCHAFT ENTDECKEN


Der Österreichische Wissenschaftskalender 2010


(Textversion)

 

10. März
1910: Über die Struktur und den Aufbau der Atome gibt es zurzeit eine Reihe von miteinander konkurrierenden Theorien und Vorstellungen. Die Quantentheorie, in ihrer ersten Form bereits 1900 von Max Planck entwickelt und vor fünf Jahren von Einstein erweitert, fehlt unter diesen Konzepten. Erst der österreichische Physiker Arthur Erich Haas wird mit seiner heute in den Sitzungsberichten der Akademie der Wissenschaften erscheinenden Arbeit erstmals diesen zukunftsweisenden Zusammenhang zwischen Quantentheorie und Atombau herstellen. Haas wird allerdings feststellen müssen, dass die Zeit für seine bahnbrechende Erkenntnis noch nicht reif ist: "In Wien [...] fand ich zunächst nur Geringschätzung, ja sogar Verhöhnung."

Portrait des Tages - "Arthur Erich Haas"

1884 Geboren am 30.4. in Brünn

1902 Maturiert am deutschen Gymnasium in Brünn und inskribiert Mathematik und Physik an der Universität Wien

1903 Nach drei Semestern wechselt Haas nach Göttingen, der damaligen Hochburg der Mathematik

1906 Rückkehr nach Wien, wo er mit einer Dissertation über "Antike Lichttheorien" zum Dr. phil. promoviert. In den folgenden Jahren beschäftigt sich Haas fast ausschließlich mit Wissenschaftsgeschichte und reicht

1909 eine Habilitationsschrift über "Die Entwicklungsgeschichte des Satzes von der Erhaltung der Kraft" ein, die abgelehnt wird

1910 Verstimmt wendet sich Haas wieder physikalischen Studien zu und entdeckt dabei den bahnbrechenden Quantenansatz für das Atom

1912 Mit einer Arbeit über die "Gleichgewichtslagen von Elektronengruppen..." gelingt es dem Physiker endlich sich zu habilitieren

1936 Professor an der Universität Notre Dame, USA

1941 Stirbt am 20.2. in Chicago

Zum Thema - EIN HISTORISCHER SCHRITT
Arthur Erich Haas - "EIN HISTORISCHER SCHRITT"

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich die Theorie des Atoms in einer verzwickten Lage: Eine Fülle von miteinander konkurrierender Hypothesen, wie elastisch gebundenes Elektron (Lorentz 1896), dynamische Vorstellung (Lenard 1902), positiv-elektrische Atomkugel (Thompson 1903), planetarisches System (Nagoaka 1903) und magnetisches Atom (Ritz 1908), waren imstande, einzelne Teile des reichen Beobachtungsmaterials zu erklären, ein einheitliches Bild, das klare Voraussagen ermöglicht hätte, gab es jedoch nicht. Das Problem dabei war, daß ein wesentliches Element noch nicht in diese Überlegungen miteinbezogen worden war: Erst dem österreichischen Physiker Haas ist es erstmals gelungen die Quantentheorie, die bereits 1900 in ihrer ersten Form von Planck geschaffen und 1905 von Einstein durch die Lichtquantenhypothese erweitert worden war, mit dem Bau von Atomen in Zusammenhang zu bringen. Mit diesem historischen Schritt legte Haas 1910 die Basis für weitere erfolgreiche Forschungen.

Anno...

1849 Der österreichische Historiker Alfred von Arneth erklärt heute seinen Rücktritt aus dem Frankfurter Parlament

1865 Gregor Mendel hält heute seinen zweiten Vortrag über Vererbungslehre in Brünn

1888 Der Germanist Jakob Minor wird ordentlicher Professor in Wien

Themen Links

Visual Quantum Mechanics

Thema Quantenmechanik: Aufwendige Visualisierungen und Animationen der Uni Graz
http://www.kfunigraz.ac.at/imawww/vqm/german/qm-online.html

Einstein-Links
http://www.pbs.org/wgbh/nova/einstein/links.html

Quantenmechanik 1
http://www.itkp.uni-bonn.de/~metsch/pdm/pdmquanttxt.html

Quantenmechanik 2
http://www.phys.uni-paderborn.de/~ziegler/qm.html

Wissenschafts Quiz

Frage vom 09. September:
Wieviele astronomische Arbeiten veröffentlichte Oppolzer während seines Medizinstudiums?

Lösung vom 08. September:
20. Mai 1874
(Die Frage war: Wann verließ die Mannschaft der Tegetthoff ihr Schiff?)

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