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TÄGLICH WISSENSCHAFT ENTDECKEN


Der Österreichische Wissenschaftskalender 2010


(Textversion)

 

27. März
1919: der österreichische Soziologe und Philosoph Otto Neurath trägt heute dem Deutschen Ministerrat seinen Plan vor, die Wirtschaft für Friedenszwecke grundlegend umzuorganisieren. Auf Grund der politischen Lage wird dieses Vorhaben aber schon bald scheitern. Eine wesentlich ruhigere und um vieles erfolgreichere Tätigkeit erwartet Neurath in Wien, wo er Generalsekretär des Österreichischen Kleingartenverbandes werden wird. Anlässlich einer grossen Ausstellung dieser Bewegung, die auf die berühmte Idee des deutschen Arztes Schreber ("Schrebergarten") zurückgeht, wird der Wissenschafter seine neuartige "Wiener Methode der Bildstatistik" entwickeln. Der internationale Erfolg dieser Methode wird darauf beruhen, dass durch einfache Bildsymbole selbst schwierige Zusammenhänge für jedermann verständlich dargestellt werden können.

Portrait des Tages - "Otto Neurath"

1882 Geboren am 10.12. in Wien

1903 Trifft während seines Studiums der Nationalökonomie und verwandter Fächer den Soziologen Toennies, der ihn überredet, sein Studium in Berlin fortzusetzen

1906 Promoviert in Berlin "summa cum laude" mit einer Dissertation "zur Anschauung der Antike über Handel, Gewerbe und Landwirtschaft"; Rückkehr nach Wien

1919 Versucht nach Beendigung des Krieges die Wirtschaft für Friedenszwecke umzuorganisieren, scheitert aber und wird verhaftet

1921 Wird Generalsekretär des "Österreichischen Siedlungs- und Kleingartenverbandes"

1923 Ausstellung des Kleingartenverbandes am Rathausplatz, bei der Neurath erstmals die von ihm entwickelten Bildstatistiken präsentiert

1934 Emigration nach Holland, dann England

1941 Zweisemestrige Vortragsreihe an der Universität Oxford

1945 Stirbt am 22.12., erst 63 Jahre alt, im Gespräch mit seiner Frau Marie in Oxford

Zum Thema - SICHEL, ZAHNRAD, HAMMER
Otto Neurath - "SICHEL, ZAHNRAD, HAMMER"

"Nach der Ausstellung am Rathausplatz schlug mein Vater dem damaligen Bürgermeister J. Reumann vor, die ausgestellten Bilder, Tafeln und kleineren Modelle zusammen mit den Bildstatistiken in einem kleinen Museum für Siedlung und Städtebau auszustellen. Was geschah. Neurath plante das Museum von vornherein als eine Art von Volksbildungsstätte, wo auch Menschen mit nur geringer Schulbildung mit Hilfe von leicht fasslichen Bildstatistiken unterrichtet werden konnten über Zusammenhänge in Wirtschaft und Gesellschaft, die ihnen normalerweise nicht zugänglich waren. Für dieses Museum entwickelte Neurath und seine Mitarbeiter jene Darstellungsweise mit Symbolen- wie etwa ein Zahnrad für Industrie, ein Hammer für Handwerk und eine Sichel für einfachen Ackerbau- die bald international berühmt wurde als die "Wiener Methode der Bildstatistik".

Paul Neurath erinnert sich an die Anfänge der Bildstatistik seines Vaters

Anno...

1655 Der österreichische Forschungsreisende Johann Grueber wird heute zum Priester geweiht

1929 Beginn einer Vorexpedition unter der Leitung des österreichischen Polarforschers Alfred Wegener

Themen Links

Bildersprache online

Thema Bildstatistik: Otto Neurath Visualisierungen aktuell
http://www.neurath.at

Sprechende Zeichen
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/2168/2.html

Zur Philosophie der Kommunikation
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/KommunikationPhilosophie.shtml#International

Otto Neurath
http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.n/n534013.htm

Wissenschafts Quiz

Frage vom 09. September:
Wieviele astronomische Arbeiten veröffentlichte Oppolzer während seines Medizinstudiums?

Lösung vom 08. September:
20. Mai 1874
(Die Frage war: Wann verließ die Mannschaft der Tegetthoff ihr Schiff?)

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